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  • Erzgruben Erlebniswelt

MUSEUMSDORF

Erzgruben Erlebniswelt Museumsdorf Überblick

Als Wächter des Allgäus kennt den Grünten fast jedes Kind. Seit dem Jahr 2006 beherbergt er eine zusätzliche Attraktion: Er ist Standort eines ganz besonderen Museums.

Mit der „Erzgruben – Erlebniswelt am Grünten“ setzte die Gemeinde Burgberg i. Allgäu der Jahrhunderte alten Tradition des Bergbaus vor der Haustüre ein attraktives Denkmal. Unsere Besucher können Jahrhunderte alte Stollen erkunden und somit in die Welt der Erzknappen eintauchen. Das zeitgemäß konzipierte Museumsdorf dokumentiert zudem auf spannende Weise die Geschichte des örtlichen Bergbaus.

„Schon im Mittelalter spielte der Bergbau am Grünten eine wichtige Rolle, denn hier lag das einzige größere Erzvorkommen im weiten Umkreis“ so verweist Bürgermeister Dieter Fischer auf erste Erwähnungen in Urkunden des 15. Jahrhunderts. Wie sehr die Gemeinde am Fuße des „Allgäuwächters“ von dem Eisenerz im Berg abhängig war, beweist das Jahr 1859. In diesem Jahr wurde der Abbau eingestellt. Längst war das Metall aus dem Oberallgäu dem Eisenmaterial aus anderen Regionen Europas in Preis und Qualität unterlegen – „220 Bürger mussten darauf hin auswandern“ erinnert Fischer an diese „notige Zeit“. Sie wird im neuen Museum ebenso dokumentiert wie die Gewinnung und Verarbeitung der Grüntenerze.

Im Museumsdorf, hoch über Burgberg gelegen, mit dem Erzgrubenbähnle bequem zu erreichen, können unsere Besucher in einer „Zeit- und Entwicklungsgeschichte“ die Entstehung des Eisenerzes vor Millionen von Jahren, des historischen Bergbau, die Verhüttung und Gewinnung sowie die Verarbeitung des Eisens in den Schmieden erleben.

In der Geologiehütte wird als erstes eine Kurzeinführung in die Geschichte des Bergbaus am Grünten gegeben. Dann folgen anschauliche Darstellungen zur Geologie des Allgäus und des Grünten. Spannend sind die Fossilien für Jung & Alt. Am Grünten hoch oben am Berg wurden Haifischzähne, Seesterne und viele andere Versteinerungen gefunden.

Die Bergbauhütte präsentiert sich dunkel wie ein Bergwerk mit einem Stollennachbau, historischen Abbildungen und Schautafeln zur Bergbaugeschichte. Das Werkzeug der Bergleute, der Knappen, das sogenannte „Gezähe“ sowie das ausgestellte „Geleucht“, die Beleuchtung, geben einen Eindruck vom schweren harten Arbeitsalltag der Knappen in früherer Zeit. Die Verhüttung des Erzes, der Eisenguss, vornehmlich aus der „alten Schmitte“ des Hüttenwerks bis zur alten Ofenplatte von 1711 oder der Guglhupfform wird ebenfalls präsentiert.

Ein Prunkstück ist die Schmiedehütte mit der historischen Schmiede der Familie Neidhardt aus Oberstdorf/Rubi. Amboss, Esse, Luftschmiedehammer aus dem frühen 19. Jahrhundert, mächtige Transmissionsriemen, Werkzeug wurden in unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden zerlegt, konserviert und wieder aufgebaut. Vieles für die tägliche Arbeit wurde früher in dieser Schmiede hergestellt – von der Heugabel über Flachskamm, Schaufeln bis zu Nägeln. Rösser wurden zahlreich mit Hufeisen beschlagen – wie ein „alter Film“ anschaulich zeigt.

Diese alte Schmiede wieder in Betrieb zu nehmen ist leider nicht möglich. So wurde bald darauf eine originalgetreue Schauschmiede, so wie sie früher auf vielen Gehöften in Burgberg stand, neu aufgebaut. An Aktionstagen wird hier wieder geschmiedet. Sogar die Kinder können sich hier dann ihr Glückshufeisen schmieden.

Um aus dem Erz das wertvolle Eisen zu machen brauchte man Kohle. Das Holz der heimischen Wälder wurde dafür gebraucht. Rund um den Grünten bis hinein ins Ostrachtal rauchten damals die Kohlemeiler, anschaulich dargestellt mit einem originalgetreuen Modell im Freigelände.

Daneben stehen ein Hochofen und ein Rennofen – eine Technik, mit der schon vor 2000 Jahren Eisen gewonnen wurde.

Sagen und Mythen – beispielsweise die Geschichte vom „Goldbrünnlein“ – sind dargestellt. Aber auch die bittere Not und die Auswanderung vieler Burgberger nach der Einstellung des Bergbaus vor über 150 Jahren.

Legenden aus den Allgäuer Bergen