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  • Erzgruben Erlebniswelt

HÖHEPUNKT - BESUCH DER ERZGRUBEN UNTER TAGE

Tauchen Sie ein in die unterirdische Welt der Knappen bei der geführten Rundwanderung mit einem “Grubi”! Die Besichtigungstour führt durch hügeliges Gelände zum “Andreas-Tagebau” sowie zu den beiden Erzgruben “Theresien-Grube” und “Anna-Grube” und dauert ca. 2 bis 2,5 Stunden ab Museumsdorf. Lernen Sie die für uns heute spektakuläre, aber zu damaligen Zeiten gefährliche und mühsame Arbeit der Bergknappen und das karge Leben kennen – Geschichte wird lebendig!

ANDREAS-TAGEBAU

Erzgruben Erlebniswelt Andreas Tagebau

Die Andreas-Grube ist eine der älteren Grubenanlagen und mit einer Länge von über 200 m für die Verhältnisse in der Region durchaus imposant. Im Laufe der Jahrhunderte bzw. eben durch frühere Bergbautätigkeiten wurde dieser Tagebau teilweise wieder zugeschüttet.

Ein Teilstück ist freigelegt und Sie können die imposante Tiefe dieser „kleinen Schlucht“ von ca. 10 m sehen. Es ist kaum zu glauben, dass dies von Menschenhand geschaffen wurde, aber Meiselspuren zeugen eindeutig davon. Mehr als 10 m Tiefe hat ein Tagebau am Grünten kaum, da dann das Heben des Erzes an die Oberfläche zu schwierig und zu arbeitsintensiv wurde und vor allem stets eindringendes und stehendes Wasser die Arbeiten fast unmöglich machten. Gut ist zu sehen, wie die Knappen damals dem senkrechten Verlauf der ca. zwei bis drei Meter breiten Schicht in die Tiefe folgten.

Überwiegend erfolgte die Erzgewinnung vor allem im nicht so schwierigen Tagebau durch sogenannte „Eigenlöhner“, d. h. Männern aus Burgberg und Umgebung, die auf eigene Rechnung und Risiko nach dem Eisenerz schürften, es aber dann an das Hüttenamt verkaufen mussten, was wiederum dem Inhaber der Bergrechte, dem Fürstbischof von Augsburg, zu Gute kam. Erst mit der Säkularisation im Jahre 1802 änderte sich dies – die Rechte kamen an das Königreich Bayern und es standen ab dieser Zeit ca. 40 Knappen im Lohn des Bayerischen Königs.

Unter diesem Tagebau befindet sich noch eine zweistöckige Grubenanlage, deren Eingänge aber leider so verschüttet sind, dass eine „Aufwältigung“ nicht möglich ist.
Vielleicht ist aber den „Freunden der Erzgruben“ das Glück einmal hold und es findet sich ein Zugang irgendwo durch den Tagebau!

THERESIEN-GRUBE

Erzgruben Thereisen-Grube

Ausgebaut nach den Vorschriften des Bergrechts zum Besucherbergwerk – so präsentiert sich die Theresien-Grube heute. Diese Grubenanlage ist eines der jüngsten Bergwerke, etwa um 1820 aufgefahren, und fast bis zum Ende, bis zur Einstellung des Bergbaus im Jahr 1859, in Betrieb. Oberhalb des Alpweges ist noch der Tagebau erkennbar, während der Stollenzugang erreichbar über eine Treppenanlage auf der anderen Seite des Alpweges hangabwärts liegt.

Fast 60 m geht es den relativ komfortablen und breiten Stollenzugang – natürlich nur mit Helm – hinein in das Bergwerk. Fast senkrecht stand auch hier die Eisenerzschicht an, ca. 13 m hoch und 45 m in der Breite erstreckt sich der Abbau.

Zahlreiche Meiselspuren, nachgebaute Holzpodeste, auf denen ein Knappe stehend arbeitet, sowie ein Knappe der mühsam einen vollbeladenen Grubenhunt schiebt, zeugen von der schwierigen und gefahrvollen Arbeit der Knappen. Die Kleidung dieser Menschen, das Schuhwerk entspricht nicht den heutigen Maßstäben, aber auch die Beleuchtung der Gruben war seinerzeit mit rauchenden Holzspänen oder Tierfett- und Öllampen nur spärlich und oft unangenehm. Wassereinbrüche, wie wir sie heute im Besucherbergwerk gar nicht mehr erleben, wurden oft zur tödlichen Gefahr, aber auch der Umgang mit dem Schwarzpulfer zum Sprengen des Gesteins.

Die Knappen, die hier arbeiteten, hatten zwar für damals einen guten Verdienst, waren aber ständig den Gefahren des Berges und der relativ einfachen Technik ausgesetzt. In der nassen, kalten Grube ständig zu arbeiten und dann bei Wind und Wetter in einer armseligen Hütte die ganze Woche vor der Grube zu hausen, machte oft krank und brachte zahlreiche Leiden. Die Bergleute wurden sehr oft nicht älter als 35, 40 Jahre.

Dieses wichtige Stück der Zeitgeschichte der Gemeinde Burgberg i. Allgäu wieder lebendig zu machen, darzustellen, wie die „gute alte Zeit“ wirklich war, ist ein besonderes Anliegen bei den Grubenführungen.

ANNA-GRUBE

Erzgruben Anna Grube

Von der Theresien-Grube geht es bei der Führung nochmals ein Stück hangabwärts zur alten Anna-Grube. Erst vor nicht allzu langer Zeit konnte dieser Eingang entdeckt und wieder freigelegt werden. Für die „Erstbegeher“ war es schon ein besonderes Erlebnis nach 250 Jahren, wie die Bergknappen früher, wieder in der Grube zu stehen.

Die Besonderheit nach dem ca. 30 m langen Stollenzugang ist, dass man sich nicht auf der Sohle (dem Grund der Grube) befindet, sondern auf einem Podest und dann in die über 10 m tiefe und 120 m lange Grube, in diesen überdimensionalen, von Menschenhand geschaffenen Spalt im Berg, hinunterblickt.

Derzeit noch ein Traum ist es, hier zusätzlich einen Rundgang einzurichten. Über sicherlich notwendige Leitern wird dies wohl eine kleine Herausforderung werden – für die künftigen Besucher, die etwas Mut mitbringen. Aber auch noch viel Arbeit und viel Aufwand für die ehrenamtlichen „Freunde der Erzgruben“!